►“Eleganz und Sinnlichkeit der französischen Musik“

Französische Romantik

am Samstag, 12.6.2021 um 19 Uhr
in der Evangelischen Kirche Schwabsburg, Hauptstr.72, 55283 Nierstein

Martina Graf, Piano,

Bernhard Zapp, Violoncello

spielen Werke von Gabriel Fauré, Camille Saint-Saens und Cesar Franck

Eintritt 20€, Mitglieder des Klassikforums 15€, Schüler/Studenten 10€

Werke von vier der herausragensten Komponisten der französischen Romantik im Übergang zur Moderne werden in diesem Programm vertreten sein. Es handelt sich um César Franck, Camille Saint-Saens, Gabriel Fauré, und Maurice Ravel. Auffällig ist, daß drei von ihnen, nämlich Franck, Saint-Saens und Fauré nicht nur als Komponisten, sondern auch als Organisten Meister ihres Fachs waren und Titularstellen an bedeutenden Kathedralen in Paris innehatten. Erwähnt werden muß hier die französische Orgelbaufirma Cavaillé- Coll, die die Klangmöglichkeiten der romantischen französischen Orgel wesentlich entwickelte und mithin die Klangvorstellung in dieser Epoche sicherlich beeinflußte. César Franck, deutsch-belgischer Abstammung, Organist u.a. an St. Clotilde und Professor für Orgel am pariser Conservatoire komponierte die Sonate für Violine A-Dur im Jahre 1886. Jules Delsart transkribierte sie für Violoncello, aus dessen Repertoire sie nicht mehr wegzudenken ist. Franck hatte bedeutende Schüler, u.a. D ́Indy, Chausson, Lekeu, Debussy. Zusammen mit Saint-Saens gründete er 1871 die Societé nationale de Musique. Camille Saint-Saens, zunächst Organist an St. Madeleine und Klavierlehrer an der berühmten Ecole Niedermeyer, an der auch Fauré tätig war, betätigte sich ab 1877 nur noch als Komponist und Dirigent vor allem seiner eigenen Werke. Man könnte ihn neben Gounod als den Klassizisten jener Epoche bezeichnen. Nach anfänglicher Bewunderung distanzierte er sich von Richard Wagner und später auch von Debussy. Saint-Saens komponierte in allen Genres mit großem Erfolg. Technische Eleganz und brilliante Expressivität kennzeichnen seinen Stil, was auch in der Suite op.16 deutlich zum Ausdruck kommt. Gabriel Fauré belegte Kompositionskurse bei Saint- Saens und lehrte zunächst wie dieser an der Ecole Niedermeyer. Ab 1886 Professor für Komposition am Conservatoire, hatte er dessen Leitung von 1905 bis 1920 inne. Faurés einzigartige, hochsensible und verinnerlichte Kompositionsweise ist durch die mannigfache Verschränkung der melodischen Linien gekennzeichnet und vermittelt so den Eindruck von Dichtheit und Komplexität. Zu seiner vielfältigen Kammermusik zählen herausragende Liederzyklen nach Texten von Paul Verlaine, Sully Proudhomme und vielen anderen. Seine berühmte Sicilienne ist eigentlich der Flöte zugedacht in der Zwischenmusik der Oper Pelléas und Melisande. Zu den bedeutenen Schülern Faurés zählt neben Koechlin, Schmitt, Ducasse und Nadja Boulanger auch Maurice Ravel. Obwohl als Pianist ausgebildet, trat er nur selten auf und lebte überhaupt sehr zurückgezogen. Gleichwohl betrachtete er das Musikleben mit humoristischer Schärfe und komponierte die Prüfungskantate für den Rompreis im Stil einer Operette. Er sah sich in der Nachfolge von Rameau, Couperin und D. Scarlatti, wovon Werke wie Jeux d ́Eau, Alborada de gracioso und Gaspard de la Nuit beredtes Zeugnis ablegen. In seinem Streichquartett F-Dur und dem Klaviertrio a- Moll hat er der Welt Werke von größter Schönheit geschenkt. Er schrieb wegweisende Orchesterwerke (La Valse), Klavierkonzert für die Linke Hand für den Pianisten Paul Wittgenstein und sprach von seinem weltberühmten Bolero in durchaus ironischer Weise. Er hielt das Stück für nicht besonders originell. Das Kaddisch ist eines der wichtigsten Gebete im jüdischen Glauben. Der Text spricht im Wesentlichen die Lobpreisung und Veherrlichung Gottes aus und hat im Christentum eine Entsprechung im Vaterunser des Neuen Testaments.

Martina Graf, in Curitiba/Brasilien geboren, schloss ihren Klavierstudium an der Staatlichen Hochschule São Paulo bei Prof. Pietro Maranca, ab 1987 Übersiedlung nach Deutschland. 1988 - 1991 Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt in den Fächern Kammermusik und Liedbegleitung. Während des Studiums war sie Stipendiatin des DAAD. 1989 Sonderpreis für Liedbegleitung beim internationalen Wettbewerb „Hans Pfitzner“ in Hamburg. 1990 Einspielung einer CD mit dem Windsbacher Knabenchor, welche anschliessend in Frankreich mit dem Kritikerpreis „Diapason d’Or“ ausgezeichnet wurde. Europatournee (Deutschland, Österreich, Tschechien) als Solistin mit dem Kammerorchester der Stadt Blumenau/Brasilien. Seit 2001 ist sie Dozentin der Akademie für Tonkunst in Darmstadt und musikalische Leiterin der Opernschule. Sie spielte in zahlreichen Festivals als Kammermusikerin und Liedbegleiterin in Europa und Südamerika. 

Bernhard Zapp, gebürtig in Lahr im Schwarzwald, wuchs in Ludwigshafen am Rhein auf. Er besuchte dort das humanistische Gymnasium und begann mit 8 Jahren, Violoncello zu lernen. Nach dem Abitur entschloß er sich, dem Violoncellospiel auch seine berufliche Zukunft zu widmen.Er begann seine Studien zunächst bei Claus Kanngiesser in Saarbrücken und setzte sie später bei Gerhard Mantel in Frankfurt fort. Schon sehr bald zeigte sich, daß die Liebe zur Kammermusik sein musikalisches Leben bestimmen würde. In Frankfurt entstand das Arion- Trio mit Klaus Dreier, Klavier und Barbara Buchberger, Violine. Nach der Übersiedlung nach Bonn enstand dort das Klarinettentrio „Triomane“ mit Michael Neuhalfen, Klarinette und Victor Moser, Klavier. Nicht nur im klassischen Bereich betätigte sich Bernhard Zapp, auch Freie Improvisation und Jazz, da vor allem Bossa Nova, wurden ihm zur Leidenschaft. Die Musiker Gabriel Bock, Klavier und Thomas Bachmann, Saxophon, wurden da seine Partner. Zapp war auch solistisch tätig mit den Suiten von Bach und Werken von u.a. Ligeti, Reger, Crumb. Neben zahlreichen Arrangements für seine Violoncelloklasse in Wiesbaden, die er an der dortigen Musik- und Kunstschule und der Wiesbadener Musikakademie seit über 30 Jahren führt, entstanden auch eigene Kompositionen. Mit seiner langjährigen Kollegin Martina Graf verbindet ihn eine besondere musikalische Freundschaft. Bernhard Zapp lebt zur Zeit in Alfter bei Bonn.

Ort: Evangelischen Kirche Schwabsburg, Hauptstr.72, 55283 Nierstein

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